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Praktikum II – “Blanke Platte”

08 Nov

Unsere Fliis ist nun schon eine Weile bei uns. Sie hat sich gut eingelebt und eingearbeitet. Eine Praktikantin aus dem Ausland ist ein lustiges Abenteuer und es ist zauberhaft, wenn beide Seiten Sprachen im miteinander lernen.

Noch ein Wort zum Titel “Blanke Platte”. Mein Mann Stefan Küthe ist Trainer und Coach. Seiner Meinung nach ist blanke Platte -alias aufgeräumter, leerer Schreibtisch – eine Grundvoraussetzung für leistungsfähiges und konzentriertes Arbeiten. Zudem bringt es Struktur in den Arbeitsalltag: ”Immer eins nach dem anderen und nach Prioritäten geordnet arbeiten.”

Nun, Fliss hat das bereits beherzigt, wie Sie sehen, und darüber schreibt sie heute auch. Im Übrigen ist das mein Schreibtisch gegenüber, ich sollte wohl mal wieder meinem Mann zuhören. ;)

Jetzt aber los. Gleich nach dem Bild kommt Fliss.

Ihre Anja Küthe

 

Guten Tag J

Ich schreibe heute meinen zweiten Blogeintrag, wo ich Ihnen über meine Fortschritte in Stoffekontor berichten möchte.

Naja, die „Fortschritte“ sind eher relativ – ich habe seit Wochen zu Kunden gesagt (..und wenn Sie ein solcher Kunde gewesen sind, dann danke ich Ihnen für Ihre Geduld), dass ich die Praktikantin bin, und dass ich deshalb nicht so richtig helfen kann, weil ich mich noch nicht so gut auskenne.. und so weiter und so fort… Aber jetzt nach zwei Monaten kann ich Ihnen endlich helfen! Ich kann Stoffe abschneiden ohne von den Kunden selbst gelehrt zu werden (aber vielen Dank zu diesen Kunden – sonst hätte ich die Technik nie beherrscht!), und ich kann Ihnen (manchmal, auf jeden Fall) Ware zeigen, weil ich langsam lerne, wo sie alle liegen. Ich möchte mich auch bei der netten Frau bedanken, die mir gestern ein Kompliment über meine professionelle Scheidungstechnik gemacht hat – solche Anmerkungen machen mich richtig glücklich.

Zu meiner Freude habe ich jetzt die ziemlich einschüchternde Kaffeemaschine auch beherrscht – ich will als nächstes „Barista“ lernen – in der Zukunft werden Sie alle einen Kaffee mit einer gezeichneten Schere darauf kriegen, genau wie die auf der Webseite.

Jetzt habe ich auch keinen Haufen „Kauderwelsch“ ( „Kaudawälsch“..? ein neues Wort für mich, und vielleicht ein umgangssprachlicher und unaufschreibbarer Begriff) auf meinem Tisch liegen, weil ich alles erledigt habe, und weil ich eine von den Deutschen empfohlenen „Blanke Platte“ haben sollte.

Ok, manchmal stimmt so ein idealistisches Bild nicht ganz genau, aber auf jeden Fall lerne ich langsam wie alles geht und wo alles hinkommt. Und darüber freue ich mich.

Das schlimmste Problem, das ich hier habe, ist die Sprache und die verschiedenen Wörter, die ich immer verwechsele. Zum Beispiel hat Chefin Anja mich letztens nach einem „Hosenbügel“ gefragt. Natürlich habe ich die Verbindung zwischen „Hosenbügel“ und „Bügeleisen“ gesehen, und zehn Minuten lang habe ich nach einem Bügeleisen gesucht, das speziell für eine Hose geeignet sein sollte. Anja hat mir dann lächelnd erklärt, dass uns so was in der Tat nicht gehörte (oder auch überhaupt besteht) und dass ich einen Hosenbügel im Lagerraum finden würde. Ich sagte in dem letzten Eintrag, dass es immer was gibt, worüber man lachen kann – ich glaube, ich bin manchmal die Person, worüber gelacht wird! Aber gerne, wie ich auch lache!

 

Fliss

 

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